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Août 1914 - Blâmont occupé
Texte en langue allemande


Illustrierte Geschichte des Weltkrieges, 1914/15
Tome. I

Mit dem Rad auf den Schlachtfeldern von Saarburg.
Von Dr. Ernst Rosenfeld.

[...]
Es war ein wunderschöner Herbsttag. Ich beschloß, nach Süden zu fahren, um Blamont zu erreichen.
Die Felder hinter Saarburg zeigen noch zahlreiche Spuren der Schlachttage. Metertiefe, trichterförmige Löcher, von den Granaten eingerissen, Schützengräben, leere Konservenbüchsen, Kochtöpfe, Kleidungsstücke, Gewehre, Feldflaschen, Patronenhülsen und hin und wieder langgestreckte Massengräber mit einfachen Holzkreuzen sprechen beredt von dem großen Ringen, das hier stattgefunden hat.
Auf dem Flugplatz in Bühl, wenige Kilometer hinter Saarburg, lagen nahe der Straße die Trümmer eines Flugzeuges. Auf meine Frage erzählte mir ein Soldat der Fliegerabteilung, daß die Maschine bei einem Erkundungsflug ins Feindesland so wirksam beschossen worden sei, dah es dem Flieger zwar gerade noch gelungen sei, den Flugplatz zu erreichen, daß aber die Maschine dann unbrauchbar gewesen sei. Nun habe man den Apparat vorsichtshalber, um ihn nicht in Feindeshand fallen zu lassen, zusammengeschlagen. „Wir haben ja genug Apparate," sagte er stolz.
Starke Spuren der Kriegsschrecken zeigte auch das Dorf Schneckenbusch, besonders in und bei der Kirche.
In Bruderdorf, wieder ein paar Kilometer weiter südlich, waren die Häuser um die Kirche herum ausgebrannt. Freischärler hatten aus ihnen auf deutsche durchziehende Truppen geschossen. Die gerechte Strafe war auf dem Fuße gefolgt. Unsere Soldaten haben aber selbst noch geholfen, daß der Brand nicht auf die Häuser Unschuldiger übergriff.
Kurz vor Heming stieß ich auf eine Bahnwache, die eben aus der Feldküche gespeist wurde. Freundlich wurde ich eingeladen mitzuessen. So lieh ich mir denn die unter den Soldaten berühmt gewordene Reissuppe mit den großen Fleischstücken munden und verteilte als Gegengabe Zigarren und einige Zeitungen, die ich bei mir hatte.
Uber Heming und Sankt Georg strebte ich nun der deutsch-französischen Grenze zu.
Rechts und links der schönen Landstraße mehrten sich die Kriegsanzeichen. Als ich zum französischen Zollhaus kam, von dessen Giebel die bayrische Flagge wehte, hielt dort ein bayrischer Landwehrmann Wacht. Er fühlte mich in das Innere. So überstürzt war die Flucht der Franzosen gewesen, daß sie nicht einmal die Papiere der, Zollbehörde mit sich nehmen konnten, die nun in wüstem Durcheinander auf dem Boden lagen. Als ich den Bayern nach der Herkunft der weißblauen Flagge fragte, erklärte er mir, daß man von der Trikolore ja nur den roten Streifen abzutrennen brauche, um die bayrischen Landesfarben zu erhalten. Ich habe später noch oft das triumphierende Weißblau von französischen Häusern winken sehen.

Blamont, das ich bald danach erreichte, zeigte ein ähnliches Bild wie Saarburg, nur kriegsmäßiger. Auf dem Marktplatz fanden sich viele Schilde, die nach den Amtsstuben der einzelnen Behörden wiesen. Da las man: „Ortspolizei, Ortskommandantur, Zur Etappentommandantur, Zur Feldpost, Zum Lazarett." An der Tür der Ortskommandantur hatte die Feldgeistlichkeit einen Anschlag angebracht, in dem für den kommen-den Sonntag Zeit und Ort des Gottesdienstes angekündigt war. Es gab in Blamont eine deutsche Mühle, eine deutsche Bäckerei, ja eine deutsche - Brauerei. Von Blamont machte ich einen Abstecher nach dem Dorf Domèvre. Jetzt ist es nur noch eine Trümmerstatte, über der ein abscheulicher Geruch von Brand und Verwesung lagert; als einziges Zeichen des Lebens rauschen noch die Brunnen. Auf dem Rückweg nach Blamont kam ich an Hürden vorbei, in denen nach Angabe des Kommandanten 350 Stück Rindvieh und 400 Stück Schafe zusammengetrieben waren. Der Kommandant versicherte mir. daß die Verpflegung der Truppenteile, die von Blamont aus versorgt würden, ausgezeichnet sei. In Blamont gelang es mir nicht, ein Nachtquartier zu finden. Nicht nur jedes Haus, sondern auch jede Scheuer mar überfüllt von Soldaten. So fuhr ich in die Nacht hinein weiter nach Igney, wo ich wenigstens auf dem Heu ein Plätzchen zum Schlafen fand.
Am nächsten Morgen gab es warmen schwarzen Kaffee aus der Feldküche. In Igney, wie in all den französischen Dörfern, durch die ich an diesem Tag noch kommen sollte, bemerkte ich fast keine Männer mehr. Was nicht zum Militärdienst eingezogen war, halte sich beim Anrücken der Deutschen gefluchtet. Ich sah nur Frauen und Kinder. Meist waren die deutschen Soldaten die Herren der Dörfer. Es waren friedliche Bilder mitten im Krieg, denen ich begegnete. Die Soldaten benutzten den Ruhetag, um sich und ihre Kleider. Gewehre und Pferde zu putzen und der Ruhe zu pflegen. Häusig wurde ich um Zigarren bestürmt, und bald war mein allzu kleiner Vorrat zu Ende gegangen.

 

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