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Documents sur Blâmont (54) et le Blâmontois

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1870 - Portes fermées devant l’invasion allemande ?


Dans l’article « Août 1870 : portes fermées=système criminel ? » on voit que « Les journaux allemands se plaignent de ce que les armées prussiennes ont trouvé toutes les maisons, depuis Blamont jusqu'à Lunéville, hermétiquement fermées.».

Pourtant dans l’article « 1870 - Etat-major prussien », l’observateur britannique nous relate son agréable séjour le 15 août 1870 chez le drapier Constantin Cloud.

La polémique reste entière avec les deux articles ci-dessous :

  • Le Landshuter Zeitung présente Blâmont comme une ville vidée d’habitant, au point que le soldat qui témoigne précise « im ganzen Hause, vom Keller bis zum Giebel, und in den großen Stallräumen nicht Kind noch Kegel, nicht Hund noch Katze zu erblicken » (« dans toute la maison, de la cave au pignon, et dans les grandes pièces de l'écurie, ni femme ni enfant, ni chien ni chat ne peut être vu ! »)

  • Autre version cependant chez Ludwig Pietsch : s’il écrit effectivement « auch hier ist jede Thür und jeder Fensterladen in allen Stockwerken verschlossen, und der ganze Ort sieht wie verlassen oder ausgestorben aus » (« ici aussi, chaque porte et volet de chaque étage est verrouillé, et tout l'endroit semble désert »),
    il ajoute immédiatement « Allmälig öffnen sich wohl hie und da Thore und Jalousien, die Einwohner stecken die Köpfe heraus » (« Peu à peu, ça et là, grilles et volets s'ouvrent, les habitants sortent la tête »), avant de relater l’accueil très chaleureux, avec dîner et vins, qui lui est fait après avoir frappé au hasard à une porte de la rue principale.

Nous n’avons d’ailleurs jamais rencontré de témoignages d’habitants indiquant un quelconque exode, ou même fuite temporaire. Il semble donc que très majoritairement les habitants sont restés cloitrés chez eux.

Rappelons que le 2 août, l’armée française traversait Blâmont en montant vers la frontière. Que les 8 et 9 août, l’armée française se repliait par Blâmont, en remontant vers Nancy, puis Châlons et Sedan.

Le 14 août, la France est toujours en guerre : les plaintes de l’envahisseur allemand apparaissent donc comme excessives, puisqu’ils ne rencontrent ni combattants, ni terre brulée, ni sabotage, ni même exode de la population. Le 6 août les cuirassiers français de Lunéville ont chargé à la bataille de Woerth (charge de Reischoffen) : comment les troupes allemands pourraient-elles à Blâmont être accueillies en liesse huit jours plus tard ?


Landshuter Zeitung : niederbayerisches Heimatblatt für Stadt und Land
28 AUGUST 1870

Vom Kriege.
Aus Blamont, 14. August, schreibt, wie es scheint, ein Offizier der Südarmee der allg. Ztg.: Hier in Blamont sind zahlreiche und meist gerade die wohlhabendsten Einwoner ausihren elegant eingerichteten Häusern geflüchtet - eine Thorheit, der man auch schon in Saarburg nicht selten begegnete, und die für das im Stich gelassene Eigenthum der unvernünftigen Leute die nachtheiligsten Folgen haben könnte, wenn unsere Offiziere und Mannschaften, die sich's lächelnd in den verwaisten Wohnungen bequem machen, nicht mit der äußersten Sorgfalt das ihnen preisgegebene fremde Besitzthum schonten. Ich selbst schreibe diese Zeilen in einem mit allem Comfort der Neuzeit luxuriös ausgestatteten Zimmer auf einem schwarzen Marmortisch. Rechts und links stehen zwei mit schneeigem Leinenzeug überzogene Himmelbetten mit seidenen Decken und schweren Damastvorhängen, die von vergoldeten Reifen zusammengehalten werden; ringsum Schränke von polirtem Nußbaumholz. Marmor Consolen, große Spiegel in Goldrahmen, in der Mitte ein reichverzierter Ofen mit Marmorplatten - aber im ganzen Hause, vom Keller bis zum Giebel, und in den großen Stallräumen nicht Kind noch Kegel, nicht Hund noch Katze zu erblicken !


Von Berlin bis Paris
Ludwig Pietsch
Ed. Berlin : Verlag von Otto Janke, 1871

15 août
Der letzte Rest des heutigen Weges, die 12 Kilometer Pappel-Chaussee, in leise gewellter Fläche, in glühender Mittagsonne,müde auf müdem Gaul, zwischen reizlosen Stoppelfeldern, an niederen Weinbergen vorüber, durch eine, scheinbar von jedem Leben verlassene, Landschaft, war dennoch dazu angethan, unserer Frische den ihrigen, den Rest nämlich, zu geben. Endlich um 2 Uhr links auf der Höhe die malerische Ruine des von Bernhard von Weimar zerstörten Schlosses von Blamont aus dem dichten Kranze der Obstbäume der sie umgebenden Gärten aufragend, und vor uns am mäßig geneigten Abhange die große Hauptstraße der saubern, hübschen Landstadt. Noch ist Hauptquartier und Mannschaft von vergeblichen Bemühungen in Anspruch genommen, die angewiesenen, oder etwa sonst noch disponibeln, Quartiere für Pferde und Menschen zu suchen, was nicht ohne Schwierigkeiten, in Bezug auf erstere zumal, zu bewerkstelligen ist ; denn auch hier ist jede Thür und jeder Fensterladen in allen Stockwerken verschlossen, und der ganze Ort sieht wie verlassen oder ausgestorben aus. Allmälig öffnen sich wohl hie und da Thore und Jalousien, die Einwohner stecken die Köpfe heraus, und zwischen unseren Soldaten und ihren unfreiwilligen Quartiergebern entspinnen sich höchst merkwürdige Unterhaltungen und internationale Verständigungsversuche, die nicht immer zu dem für beide Theile erwünschtesten Resultate führen. „ So ein bischen Französisch, das is doch gar zu schön ", singt der gebildete Hausknecht - und wie mancher seiner hier in Waffen klirrenden Collegen findet volle Ursache, die tiefe Wahrheit dieses David Kalisch'schen Gedankens zu erproben !
Auf's Gerathewohl an eine Hausthür in der Hauptstraße pochend, sehe ich mich von meinem guten Glücke gerade an die beste Stelle geführt. Mich und meinen Begleiter, den mir schnell befreundeten Glogauer Oberarzt Dr. Neumann empfängt eine liebenswürdige echtfranzösische Familie, alte, mittlere und junge Damen in weißen Häubchen, mit einem bald siebzigjährigen Hausherrn (die jüngeren Männer des Hauses sind theils verstorben, theils in der Armee) ; empfängt uns mit einer herzlich verbindlichen Gastfreundschaft und Aufmerksamkeit auf unsere Wünsche und Bedürfnisse, welche in Feindesland doppelt angenehm und doppelt überraschend wirkt. Im schönen dunkelrothen Weine von des Hausherrn eigenem Gewächsund Kelter wird beim forglich bereiteten Diner manch' Glas auf den baldigen Frieden und auf die Brüderlichkeit der Nationen geleert, wozu draußen freilich die ewig und ewig durch die Stadt rasselnden Colonnen eine wenig harmonische Musik machen . - Den armen Soldaten wird es in der Mehrzahl nicht so gut : die Verpflegung scheint schon bei dieser Escorte viel zu wünschen übrig zu lassen, und wie viel mehr erst bei denen draußen im Felde ! Sie müssen immer wieder in's gewaltsame Requiriren zurückfallen ; und von welch' demoralisirender Wirkung das zuleßt, wenn diese Zustände noch lange dauern, werden muß, liegt auf der Hand. Ein endliches Standhalten des Feindes, ein neuer und hoffentlich entscheidender Kampf ist das, was wir am meisten zu ersehnen haben. Auch die Natur unserer Soldaten kann diese Gewaltmärsche, wie bisher bei ungenügender Nahrung, nicht mehr ertragen. Und jeder Pflaumenbaum, jeder Weinstock und jeder trübe Brunnen am Wege mehrt die dringende Gefahr.
Außer seiner schön, in großen gepflegten Gärten gelegenen Ruine mit herrlicher Aussicht über die weite Hügellandschaft, hat Blamont in seiner erst etwa vierzehn Jahre alten, consequent und solide in grauröthlichem Sandstein in den Formen frühgothischer Kunst ausgeführten, zweithürmigen, dreischiffigen Mauritius kirche eine anständige Sehenswürdigkeit. Aber es ist nicht Zeit mehr, noch von ihr und von den Stunden in diesem Städtchen an der Vezouze zu erzählen. Unten vor meinem Fenster wettert und schnarrt bereits das Commandowort meines Freundes Tieße, der seine Compagnie 58r zum Weitermarsch rangirt, von der nächsten Straße her tönt die Musik, unter deren Klängen die Bataillonsfahne aus dem Hauptquartier abgeholt wird. Mein brauner Wallach steht gesattelt. Es geht weiter zum langen Marsche, und ich schließe Brief und Mappe.
 

Rédaction : Thierry Meurant

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